Handelsverband Sachsen-Anhalt

Beratungen zur Reform des Energielabels gehen in die heiße Phase

 Die Beratungen in den zuständigen Fachausschüssen des Europaparlaments zur Reform des Energielabels schreiten voran. Auf Grundlage der von den Europaabgeordneten eingereichten Änderungsanträge werden die Vertreter der verschiedenen Fraktionen in den kommenden Wochen einen kompromissfähigen Text erarbeiten. Die Abstimmungen im Europaparlament und die Beratungen mit den Vertretern der Mitgliedstaaten werden voraussichtlich kurz vor der Sommerpause 2016 stattfinden.

Der HDE begleitet das Verfahren in Abstimmung mit den Bundesfachverbänden und den Mitgliedsunternehmen und setzt sich sowohl in Brüssel als auch in Berlin für dringend notwendige Verbesserungen am Verordnungsvorschlag ein. Besonders problematisch ist der Vorschlag der EU-Kommission, dass das Energielabel für bereits in Verkehr gebrachte Produkte rückwirkend verändert werden soll. Nach jeder Aktualisierung des Energielabels müssten Händler zukünftig sicherstellen, dass sie für ihre Lagerbestände das neue Label vom Lieferanten zugestellt bekommen. Problematisch wird es für den Händler, wenn der Lieferant kein neues Label zur Verfügung stellt, z.B. im Fall von Auslaufmodellen oder weil der Lieferant sich vom Markt zurückgezogen hat. Da die Ware nur mit dem neuesten Energielabel angeboten werden darf, bleibt dem Händler nur die Wahl zwischen kurzfristigem Abverkauf und der Verschrottung seiner Lagerware. Der HDE drängt darauf, dass zumindest sichergestellt wird, dass Händler in jedem Fall die Ware in ihren Lagern abverkaufen können.